Kategorie Archiv:Peter Kurzeck

Durchatmen! Und dann: springen. Elfriede Jelinek. rein Gold.

Brünnhild:

rein Gold. Elfriede Jelinek. Quelle: Rowohlt Verlag

rein Gold. Elfriede Jelinek.
Quelle: Rowohlt Verlag

„Ich versuche also zu präzisieren, das ist ein sehr delikates Gebiet, es fällt mir schwer. Also. Papa hat sich diese Burg bauen lassen, und jetzt kann er den Kredit nicht zurückzahlen. Eine Situation wie in jeder zweiten Familie. Die Leichen von Werkzeugen und Maschinen sind weggeräumt, die Riesen haben die Schaufelbagger ihrer Hände eingesetzt, was ihren ursprünglichen Träumereien sicher nicht entsprochen hat. Und was haben sie dafür gekriegt? Was war ihre Leistung? Was ihre Bezahlung?“

Beim Lesen von rein Gold (Rowohlt Verlag, 2013) habe ich mich immer wieder zwischendurch gefragt: warum bespreche ich ausgerechnet einen Text von Elfriede Jelinek? Warum tue ich mir diese Zumutung an?

Vielleicht, weil gute Literatur manchmal ein schmerzhaftes Kribbeln erzeugen muss, und man dieses nervtötende Gefühl dann eben einfach zu ertragen hat. Wenn man denn auf lange Sicht gesehen einen Mehrwert aus der Lektüre ziehen möchte. Wenn überhaupt etwas bleiben soll. Jetzt ist bereits ein Begriff gefallen, der uns direkt hinein führt in die Jelineksche Sprachkakophonie, in einen ununterbrochenen, nasskalt-anklagenden Satzfluss zwischen Vater Wotan und Tochter Brünnhilde.

Karl Marx‘ Mehrwerttheorie aus dem Kapitalund WagnersRing des Nibelungen sind nur zwei der vielen Intertexte, die diesen monologischen Dialog zu einem eigentlich undurchdringbaren Bedeutungsteppich machen. Was das Gewebe zusätzlich semantisch aufwertet, sind die politischen Bezüge auf die Gegenwart.

Aber jetzt von vorne. Handlungsgerüst ist, wie im Anfangszitat zu erkennen, ein Gespräch zwischen Tochter und Vater. Brünnhild klagt ihren Erzeuger an, unverantwortlich ein Haus erbaut zu haben, ohne den Kredit jemals tilgen zu können. Von nun an ist er den Mechanismen des freien Marktes, der Diktatur des Geldes hilflos ausgeliefert und Täter und Opfer zugleich. Er ist einerseits der Willkür der Banken ausgesetzt und andererseits schuld daran, dass die engagierten Leiharbeiter nur einen Hungerlohn für die geleistete Arbeit bekommen. Vater Wotan hat sich nach Meinung der Tochter um keine Verträge gekümmert; als notorischer Fremdgänger nicht einmal um den Ehevertrag:

(…)“obwohl du es eigens aufgeschrieben hast, wolltest du nichts davon halten, keine Verträge, keine Lohnabsprachen, keine Leihverträge, keinen Leasingvertrag, keinen Ehevertrag, da fängts schon mal an, nebenbei bemerkt!“

Die Untreue, die Brünnhilde ihrem Vater vorwirft, ist eine universelle. So wie er sich schwächlich vom kapitalistischen System hat verführen lassen und jetzt bis zum Hals in Schulden steckt, vögelt er wahllos Frauen, betrügt seine Ehefrau und nicht zuletzt auch seine Tochter.

Dabei hat er das Haus doch nur für seine Frauen gekauft, weil die das so wollten!

Kategorien wie „Geld“ und „Frau“ gehen bereits auf den ersten Seiten von rein Gold eine Symbiose ein. Das klassische weibliche Motiv der Verführung aus dem Alten Testament, die böse Eva mit dem Apfel ist es einmal wieder, die den Mann zu verhängnisvollen Taten antreibt. Weil er ein echter Held sein möchte. Dabei muss ihm doch klar sein, dass „die Frau die Verderbteste und das Verderblichste“ zugleich ist:

„Als wäre eine Frau Geld wert, als wäre jemals eine Frau ihr Geld wert gewesen, nein, fremdes Geld natürlich, nicht ihr eigenes, nur selten ihres, die Frau ist immer Fremdwährung wert, dafür währt sie nicht lang, ihre Jugend, in der die Frau noch was wert ist.“

Der auf seine Körperlichkeit reduzierte Wert einer Frau ist vergänglich, weswegen sich die Helden in der heutigen Zeit auch nicht mehr allein auf die Eroberung von Frauen mit Haltbarkeitsdatum konzentrieren. Es sind diejenigen, die eine Leistung vollbringen, die außerhalb der Wirkkraft des Geldes steht. Gemeint sind die „Helden“ des Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU):

„Feinde des deutschen Volkes! Sieg! Nicht ihr seid gemeint. Nehmt euch das Leben! Nehmt andren das Leben! Es steht euch zu! Nehmt es euch! Nehmt euch diese Leben jetzt! Fahrt mit euren wendigen, windigen Fahrrädern dorthin, wo ihr anderen und danach euch das Leben nehmen könnt! Now! Es ist euch gelungen, was noch nie gelungen ist, mehr als zehn Jahre zu morden, das ist eine Leistung in einer Zeit, in der Leistung normalerweise nichts mehr zählt, sondern nur noch das Geld.“

Und die Heldenmädchen sind diejenigen, die übrig bleiben und sagen: „Ich bin die, die ihr sucht“. Die überlebenden Schuldigen, die ihre im Kampf gestorbenen Helden beweinen. Wotan wirft seiner Tochter vor, dass es die Frauen sind, die aus ihrem Schlafzustand erwachen müssen, es unterlassen sollten, sich in Helden zu verbeißen:

„Deutschland erwache! Wieso erwachst du nicht? Weil auch die Götter schlafen? Weil der Lieblingsstar krank geworden ist? Weil eine riesige Sendung, die heller leuchtet als mein Auge am Himmel, heute ohne ihn auskommen muss?“

Heldentum als ein durch und durch negativer Begriff. Hier wird er bis zum Letzten durchexerziert. Helden als Kriegstreiber und die Frau als Beute; aber auch eine, die sich zur Beute machen lässt. Weil sie bis zuletzt hofft, wie Brünnhild betont, einen Freier zu finden, „der mich nicht freit, sondern frei macht.“ Die Liebe als Utopie von der es wie das Kapital zuviel gibt, aber die trotzdem keiner hat.

Übrig im Kapitalismus bleibt am Ende nur das Geld, das sich von seinem treuen „Steigbügelhalter“ Ware trennt. Es vergisst, dass es ohne die Ware niemals erschaffen worden wäre:

„(…) so werden die Warenverhältnisse verschwinden, und die wahren Verhältnisse treten aus dem Schatten, Geld bitte übernehmen Sie, ja, gern, ich übernehme, ich bin die einzige sich selbständig bewegende Substanz (…)“

Selbstständig bewegend und sich verselbstständigend; bis niemand mehr weiß, was da gerade passiert mit dem eigenen Kapital auf der Bank. Es stimmt nachdenklich, wenn Epen aus dem Mittelalter, wie z. B. das Nibelungenlied, mühelos dazu benutzt werden können um die aktuelle Bankenkrise zu veranschaulichen. Die Menschheitsgeschichte kann selbst für überzeugte Optimisten nicht mehr als Fortschrittsgeschichte beschrieben werden. Für Göttervater Wotan besteht unsere Gesellschaft wie immer schon aus Schlafwandlern und fremdgesteuerten Blindschleichen:

„Sie sind ja noch blinder als ich. Ich habe wenigstens noch ein Auge. Die haben gar keins mehr, das nicht an einen Bildschirm, erhältlich in den verschiedensten Größen, von ganz klein bis ganz groß, geheftet, genagelt oder unter Turnschuhen zertreten worden wäre. Selber im Gedränge ihre Turnschuhe verlieren. Die haben kein Auge mehr übrig, für nichts.“

Angekommen in der Gegenwart verabschiedet sich Wotan mit diesen Worten von seiner Tochter Brünnhild, die unerschütterlich an die Liebe zu ihrem Helden glaubt und auf ihn als Erlöser hofft. Solange sie in der Warteschlange weiterhin so grandiose Texte spricht, sollten wir sie nicht daran hindern, sondern einfach stehen bleiben und lauschen denn:

Bei rein Gold von Elfriede Jelinek ist es wie mit dem Vertrauen auf die wahre Liebe. Der Sprung in den Textfluss hinein erzeugt einen seltenen aber beunruhigenden Erkenntnisgewinn. Ohne dass man letztlich weiß, wohin er einen treiben wird.

Peter Kurzeck: Ein Erzähler ohne Bewusstseinstrübungen

„Sich erinnern. Und auch wer wir selbst sind. Sich erinnern und heimfinden.

               Wie die Zeit vergeht.“

(Kurzeck, Peter. Als Gast. Frankfurt, 2012)

Der Autor Peter Kurzeck

Der Autor Peter Kurzeck. Foto von Wikimedia Commons / „Liberal Freemason“ – CC3.0

Im Erinnerungsfluss sich sein Leben erzählen. Der Frankfurter Autor Peter Kurzeck hat es ein Lebtag lang versucht. Immer wieder nach den richtigen Worten gesucht, um sich sich selbst in dieser Welt überhaupt vorstellen zu können. Im Hier und Jetzt. An der Bockenheimer Landstraße entlang ins ausgestorbene Westend hinein. Ein einsamer Fußgänger mit Vergangenheit, vergangener Zeit, an die er nicht aufhören kann, sich zu erinnern. Ein Wettlauf gegen die Zeit mit der Zeit; wohin werden ihn seine müden Beine tragen?

Peter Kurzecks mehrteilig-unvollendetes und im Frankfurter Stroemfeld Verlag erschienenes Romanprojekt „Das Alte Jahrhundert“ erfordert Konzentration und die Bereitschaft sich voll und ganz einzulassen auf einen Protagonisten, der sich ohne gesunden Selbstschutz seiner Mitwelt aussetzt. Der wie ein Schwamm sämtliche, auf ihn einstürzenden Erfahrungen in sich aufnimmt, um dann damit zurecht zu kommen. Es gibt für ihn keinen Alkohol (mehr) und auch keine sonstigen Drogen, um die Wirklichkeit erträglicher zu empfinden.

Kurzeck. Als Gast. Quelle: Stroemfeld Verlag Frankfurt a. M.

Kurzeck. Als Gast.
Quelle: Stroemfeld Verlag Frankfurt a. M.

Wenn man sich hinein begibt in diesen dichten Erzählstrom, dann eröffnen sich Wahrnehmungswelten, die eine vergangene Zeit lebendig werden lassen. Im Roman „Als Gast“ z.B. die beginnenden 80-er Jahre in Frankfurt Bockenheim:

„Eine Frau. Nicht mehr jung. Leere Einkaufstaschen. Im Kopf eine lange Liste mit Sorgen und alles, was sie nicht vergessen darf. Vielleicht lacht sie gern, aber hat schon lang nicht gelacht und weiß nicht mehr, dass sie gern lacht. Weiß nicht mehr, wie es geht. Vielleicht eine Griechin, die am Rand von Bockenheim oder in Ginnheim, in Hausen, in Rödelheim wohnt und hat eine Arbeit bei Hartmann und Braun oder im HL, beim Plus, beim Penny, beim Aldi, beim Schlecker zur Aushilfe und dazu noch vier Putzstellen. Alle Tage eine große Familie oder schon lang mit sich selbst allein.“ (Als Gast S. 412)

Voller Empathie betrachtet der Protagonist eine unbekannte Frau, dichtet ihr ein Leben an, das genau so sein könnte. In der Phantasie des Beobachters ist auch sie mit ihren Sorgen ganz alleine, kämpft jeden Tag neu ums Überleben. Beim Lesen von Kurzecks Romanen werde ich manchmal an den Frankfurter Autor Wilhelm Genazino erinnert, weil auch er Seite um Seite mit Beschreibungen alltäglicher Szenen auf der Straße füllen kann. Worin sich beide allerdings unterscheiden, ist die emotionale Ebene. Den Figuren Genazinos fehlt die empathische Anteilnahme in der Beobachtung; sie empfinden bestenfalls Mitleid für ihr Gegenüber. Personen oder Geschehnisse werden dabei vom Ich-Erzähler mit einer entlarvenden Schonungslosigkeit beschrieben, zu der Kurzecks Figuren niemals fähig wären.

Vielleicht halte ich Kurzeck deswegen für einen politischen Autor. Weil er es durch seine sensiblen Alltagsbeschreibungen erreicht, ohne forciert-moralisierenden Grundtenor auf soziale Missstände hinzuweisen. Beobachtete, fremde Objekte werden in den Selbstgesprächen des Ich-Erzählers zu Subjekten mit einer eigenen (leidvollen) Geschichte, die er erzählen muss, weil er sich ein stückweit auch immer mit ihnen identifiziert. Sein eigenes Leben in den beschriebenen, (fiktiven) Geschichten der Anderen wiederfindet. Aus diesem Grund braucht er manchmal auch einen ganzen Tag für ein paar Sätze. Die Arbeit eines Schriftstellers lässt sich nicht alleine am schriftlich fixierten output messen; die oft zermürbende Sammelei von Eindrücken gehört genauso dazu. Aber erzähle das einmal dem Arbeitsamt:

„Und wenn Sie nicht schreiben? fragt Anne. Die Pausen? Trotzdem, sagte ich, auch wenn man nur anderthalb Sätze am Tag, man braucht immer den ganzen Tag dafür!“ (Als Gast. S. 408)

Die innerliche, einsame, von Selbstzweifeln erschütterte Schreibarbeit hört niemals auf. Zeitmangel ist deswegen immer vorhanden, weil die Ruhepausen fehlen, in denen die Zeit gefühlt langsam verstreichen könnte:

„Im Verzug, sagte ich. Mit der Arbeit und mit meinem Leben. Seit Jahren schon und mit jedem Jahr mehr! Sagt man in oder im Verzug? Vergangen die Zeit!“ (Als Gast, S. 395)

Seiner Schreibarbeit bleibt er auf die Art immer etwas schuldig, hinkt den zu vollendenden Sätzen hinterher. Er klingt wie ein genervter Chef, der seinen Angestellten darauf hinweist, dass er die Arbeit zu langsam erledigt hat und deswegen ein elender Versager ist. Arbeit und Leben gehen eine unentwirrbare Sinnsymbiose ein, die für heutige, vom Kapitalismus geprägte Lebensentwürfe oft selbstverständlich scheint. Peter Kurzeck übernimmt dabei typisch formalisierte Begriffe aus der Arbeitswelt, um damit sein Außenseiterleben als Schriftsteller infrage zu stellen. Der Protagonist weiß, wie es zugeht in der Welt des Broterwerbs und hat sich eines Tages für den unsicheren Weg entschieden, weil es nicht anders ging. Die Worte in seinem Kopf, auf dem Gehsteig oder im Eiskaffee aufgesammelt, in eine Form gebracht werden mussten. Der Frau auf dem Sozialamt, wie sollte er ihr nur erklären, was er da tat. Etwas ohne sichtbares Resultat für diejenigen, die nicht richtig hinsehen wollten. Diejenigen, die nicht wie er dem Bann der Sprache verfallen waren, keine Sprachpoesiejunkees weit und breit in den Büros, die fühlten, was er empfand. Und trotzdem. Immer wieder. Auch wenn er oft nicht mehr wollte, sich nach einer „ordentlichen“ Arbeit sehnte, nach einer anerkannten Existenzberechtigung. Solange sich ihm die Worte immer wieder auf seinen Streifzügen durch die Stadt aufdrängten, sich ohne kurze Bewusstseinstrübung ihren Erzähler holten, blieb ein kleiner Trost. Er konnte so tun, als ob wenigstens die Zeit in solchen Momenten ganz ihm gehörte:

Kurzeck. Übers Eis.<br /> Quelle: Stroemfeld Verlag Frankfurt a. M.

Kurzeck. Übers Eis.
Quelle: Stroemfeld Verlag Frankfurt a. M.

„Und jetzt auf dem Heimweg im Gehen im Kopf schon zu schreiben anfangen. Als ob mir das zusteht. Arbeitslos, Schriftsteller. Daß es eine Zeit gibt. Daß die Zeit mir gehört. Und auf jedem Weg dir weiter dein Leben ausdenken.“ (Kurzeck. Ein Kirschkern im März. S. 220 Band 3)

Peter Kurzeck wurde als kleiner Junge 1946 mit seiner Familie aus dem Sudetenland vertrieben und verbrachte seine Kindheit mit seiner Mutter und Schwester in Staufenberg bei Gießen. Das Vorwort aus dem dritten Band „Ein Kirschkern im März“ lautet dann bezeichnenderweise auch: „Von weither und fremd, überall fremd. Aus Böhmen und ohne Haus.“ Fremdheit ist der durchgängige Hintergrundblues in den Bänden „Das Alte Jahrhundert“. Auch bei guten Freunden fühlt sich der Protagonist nur als „Gast“. Ein Traumwandler, der sich seines Zustandes von Jahr zu Jahr bewusster wird, ihn aber auch bei anderen wahrnimmt:

Kurzeck. Ein Kirschkern im März.<br> Quelle: Stroemfeld Verlag Frankfurt a. M.

Kurzeck. Ein Kirschkern im März.
Quelle: Stroemfeld Verlag Frankfurt a. M.

„Und jeder in seinem eigenen Traum, zeitlebens in seinem eigenen Traum gefangen.“ (Peter Kurzeck. Übers Eis. Seite 142. Band 1)

Wie können der fortschreitende Wirklichkeitsverlust gestoppt und mögliche Alpträume verhindert werden? Eigentlich durch neu gemachte Erfahrungen, dadurch, dass der Protagonist nach vorne schaut und schmerzreiche Erinnerungen schriftlich verarbeitet werden. Genau das geht nur mithilfe der Worte, dem permanenten Versuch, unbeschreibbares auszubuchstabieren. Aus dem Inneren herauszuschreiben und sich der Öffentlichkeit zu erklären. Um sich dann Schritt für Schritt seiner eigenen Existenz in dieser Welt gewiss zu werden.

Trotz der oft sehr schwermütigen Stimmung in Kurzecks Poetologie bleibt zuletzt immer die Hoffnung auf eine bessere Zeit. Hoffnungsboten sind die Kirschkerne im März, die unter der Schnee- und Frostdecke überwintert haben. Sie erzählen vom Frühling, der die müde Kälte vertreibt und die Lebensgeister weckt. Den Frühling 2014 konnte Peter Kurzeck nicht noch einmal erleben, weil der neblige November stärker war. Der Monat im Jahr, in dem die guten Geister sterben. Vielleicht findet dieser Blog im Gedenken an diesen besonderen und leider viel zu unbekannten Schriftsteller Leser/innen, die trotz Hektik und Stress im Alltag weiterhin auf die Kirschkerne und deren glückversprechende Nachricht achten. Damit wir, mit Kurzeck gesprochen, nicht selbst „zu Gespenstern werden“, sondern hellwach unseren individuellen Geistern ihren Überlebenswillen zurückgeben.

I hope so.

„Noch einmal die Seestraße entlang. Müd, immer müder. Die Zeit ruckt. Und jetzt kommt die Dämmerung. Grün die Luft, Abend. Und in allen Höfen, in jedem Baum, unter jedem Küchenfenster singt eine Amsel. Vorfrühling, ein langer schmerzhafter Vorfrühling.“ (Kurzeck. Kirschkern. S. 232)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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